GEBRAUCHTE KONSOLEN KAUFEN UND VERKAUFEN

Hardware ist teuer, neue insbesondere. Warum also nicht einfach eine PS4 oder Xbox One gebraucht kaufen? Viele Angebote unterscheiden sich kaum von ungebrauchter Neuware, und häufig gibt es einige Extras, die normalerweise nicht zum Lieferumfang gehören. Für Käufer und Verkäufer sind allerdings ein paar Dinge zu beachten, damit der Handel frustfrei über die Bühne geht.

Was genau wird verkauft? Welcher Preis ist realistisch?

Egal, ob man sie als Käufer liest oder als Verkäufer verfasst: Die Angebotsbeschreibung sollte so detailliert wie möglich sein. Je genauer die Beschreibung, desto besser kann sich ein Angebot von der Konkurrenz abheben und desto weniger riskant ist eine Investition.

Natürlich sind abseits der Retrobewegung aktuelle Konsolen immer gefragter als ihre Vorgängermodelle. Wer seine alte PS3 verkaufen möchte, sollte sich deshalb überlegen, ein attraktives Paket zu schnüren und angesammeltes Zubehör und Spiele beizulegen. Eine gut ausgestattete Kombination, die es im Handel so nicht gibt, kann auch jemanden zum Kauf verführen, der eigentlich lieber eine PS4 gebraucht kaufen wollte.

Bei Festpreisangeboten sollte die Relation zum aktuellen Einzelhandelspreis für Neuware berücksichtigt werden. Klar: Wer eine Wii U gebraucht verkauft, kann nicht denselben Preis aufrufen wie jemand, der eine brandaktuelle Playstation 4 gebraucht anbietet. Umgekehrt gilt natürlich auch für Käufer: Wer heute noch eine PS3 gebraucht kaufen möchte, sollte sich gut umsehen und die Angebote vergleichen – mit ein bisschen Glück bekommt man inzwischen eine Menge Gegenwert fürs Geld.

Details sind das Salz in der Suppe

Jede Einzelheit ist wichtig: Welche Version wird angeboten? Wer eine PS3 verkaufen will, muss angeben, ob es sich um eine Fat- oder Slim-Edition handelt. Geht es um ein Bundle mit einem bestimmten Spiel oder einer exklusiven Hardware-Komponente, oder ist es ein Modell mit besonderer Lackierung, vielleicht eine seltene, limitierte Special Edition, die möglicherweise schon lange nicht mehr im Handel erhältlich ist? Solche Besonderheiten stellen zusätzliche Kaufanreize dar und sollten unbedingt erwähnt werden.

Ist die Originalverpackung noch vorhanden? Für Sammler kann dieser Punkt sehr interessant sein. Sind einzelne Teile oder sogar das ganze Set noch im Neuzustand, das heißt versiegelt und verschweißt, sollte das unbedingt hervorgehoben werden. Dasselbe gilt für eventuell vorhandene Rechnungen und noch laufende Garantiefristen, die mit dem Kauf/Verkauf übertragen werden können. Käufer sollten einem Angebot mit bestehender Gewährleistung den Vorzug geben – eine noch wirksame Herstellergarantie kann sich auszahlen.

Enthält das Angebot Zubehör, das normalerweise nicht zum Lieferumfang gehört? Das können Speicherkarten sein, zusätzliche Controller, besondere Kabel, Spezialzubehör wie Sony Eyetoy, Microsoft Kinect, Cheatmodule und Vergleichbares. Im Zweifel kann das gewisse Extra im Vergleich mehrerer ähnlicher Angebote den Ausschlag geben. Das gilt auch für vorgenommene Modifikationen: Wer in seine PS3 eine größere Festplatte eingebaut hat, kann ruhig darauf verweisen und die Marke benennen.

Immer gern gesehen: Konsole plus Spielesammlung

Spiele sind ein wichtiger Anreiz, vor allem, wenn es sich um gefragte Titel handelt. Weil Konsolenspiele im Handel nur sehr teuer zu bekommen sind, kann eine kleine oder große Spielesammlung einen beträchtlichen Unterschied beim Verkaufserlös bewirken. Auch hier ist es sinnvoll, möglichst genaue Angaben zu machen:

Handelt es sich um gesuchte Sammlereditionen, vergriffene Erstauflagen oder günstige Budget-Varianten? Sind die Handbücher und andere Gimmicks vorhanden? Welche Sprachfassungen sind enthalten? Auf bereits eingelöste Download-Codes, z. B. für Erstkäufer-DLC-Inhalte oder besondere Boni wie Soundtracks, sollte rechtzeitig hingewiesen werden, um späteren Streit zu vermeiden.

Wie sieht die Ware aus?

Nicht nur auf den Umfang, auch auf den Zustand des Angebots kommt es an. Mängel sollten nicht verschwiegen, sondern sachlich benannt werden.

Auf Verschleißspuren sollte ehrlich eingegangen werden. Die Kaugummisammlung auf der Rückseite sollte unbedingt erwähnt (besser noch: entfernt) werden, dasselbe gilt für Aufkleber, lustige Edding-Signaturen und Reste vergangener Mahlzeiten. Grundsätzlich gilt: alles, was die Konsole vom Neuzustand unterscheidet, ist von Interesse. Gebissabdrücke auf dem Controller begeistern vielleicht einen Zahnarzt, sicher aber nicht mögliche Käufer.

Wurde eine Konsole nur selten benutzt, kann das ruhig betont werden. Selbst beim Gebrauchtkauf gilt: Je neuwertiger, desto besser. Wichtig sind vor allem Mängel, die sich in irgendeiner Weise auf die Funktionalität der Hardware auswirken: Auch wer einen Nintendo 3DS gebraucht kaufen will, legt Wert auf ein unverkratztes Display. In welchem Zustand befinden sich etwaige mitgelieferte Datenträger? Hat eine Hülle einen Sprung, eine Disc deutliche Kratzer oder Schlieren?

Falls der Originalkarton vorhanden ist: Große Schmutzflecken, Risse und sonstige Beschädigungen sind Komplett-Sammlern ein Dorn im Auge und sollten vor Kaufabschluss erwähnt werden. Ebenfalls wichtig ist das Vorhandensein der vollständigen Dokumentation: Wie sehen Benutzerhandbuch, Referenzkarte u. ä. aus? Stammt die Konsole aus einem tierfreien Nichtraucherhaushalt, war sie als Spielzeug in Kinderhänden?

Fehlt etwas, das nachgekauft werden muss?

Defekte und Verschleiß sind bei elektronischen Geräten nicht ungewöhnlich, möglicherweise funktioniert also die Konsole nicht mehr ganz wie gewollt oder es fehlt ein bestimmtes Teil, z. B. ein Controller oder eine Speicherkarte. Das macht ein Angebot nicht unbedingt unattraktiv, ist aber ein Umstand, der erwähnt werden sollte.

Dasselbe gilt für vorgenommene Austauschmaßnahmen: Wurden Controller ergänzt oder sogar durch alternative Produkte von Drittherstellern ersetzt? Wer eine Replik anstelle eines Originals bekommt, sollte darüber vor dem Kauf Bescheid wissen. Falls ein Bundle angeboten wird, aus dem einzelne Stücke entnommen wurden (z. B. ein Spiel), muss natürlich auf diese Lücke hingewiesen werden.

Für Käufer und Verkäufer gilt: Je mehr Information, desto besser. Transparenz schafft Vertrauen. Wer über seine Ware umfassend informiert, erreicht einen größeren Kundenkreis und beugt Missverständnissen vor. Umgekehrt sollte auf einen Kauf verzichtet werden, wenn die Angebotsbeschreibung zu viele Fragen offen lässt.