Gebrauchte Fahrräder kaufen und Verkaufen

Die nackten Zahlen widersprechen eigentlich der allgemeinen Auffassung, dass die Deutschen an Bewegungsmangel leiden. Im Jahr 2014 betrug der Bestand an Fahrrädern in den Haushalten rund 72 Millionen Stück. Damit sind ziemlich genau 90 % der Bevölkerung mit einem Fahrrad ausgestattet. Das bedeutet gleichzeitig einen enormen Markt für gebrauchte Fahrräder, denn immerhin werden jährlich etwa 4 Millionen neue Fahrräder erworben, wobei viele der gebrauchten Räder in einem sehr guten Zustand sind und aus verschiedenen Gründen verkauft werden.

Gebrauchte Fahrräder verkaufen oder kaufen

Wer sich mit dem Ansinnen trägt, ein Fahrrad gebraucht zu verkaufen oder zu erwerben, besitzt natürlich bestimmte Vorstellungen dazu, wobei praktisch alle Besonderheiten in einer entsprechenden Kleinanzeige angezeigt werden können. Wobei alle Aspekte zum Tragen kommen sollten, die entweder einen Vorteil für den Käufer haben können oder auch eine zusätzliche Aufwendung beinhalten. Beide Seiten möchten ja einen möglichst positiven Geschäftsabschluss. Darum werden hier nun die einzelnen Bereiche aufgeführt, die mit dem Kauf und Verkauf gebrauchter Räder zusammenhängen.

Die Art des Fahrrades

Aufgrund der weitgehenden Spezialisierung im Fahrradmarkt findet sich heute eine ganze Anzahl verschiedener Fahrradtypen, die auf eine bestimmte Nutzung ausgelegt sind. Das beginnt beim normalen Cityrad für Damen oder Herren und geht weiter zum Trekkingrad, dem Mountainbike, dem Rennrad, dem Cruiser, dem Faltrad, dem Liegerad, dem Tandem genauso wie dem Einrad, verschiedenen Rädern für Kinder und Jugendliche und nicht zu vergessen dem immer populärer werdenden E-Bike. Das sind nur einige Beispiele für Fahrradtypen. Die Liste ließe sich erheblich erweitern. Allein im Radrennsport finden sich 6 verschiedene Arten. Dazu kommen noch Sonderausführungen für Nischen-Sportarten wie dem Radball, dem Kunstradfahren, Speedbiking oder BMX. Sogar das Militär innerhalb Europas bedient sich noch heute verschiedener Fahrräder für bestimmte Einheiten. Wer sich also auf die Suche nach einem bestimmten Fahrrad macht oder ein solches inseriert, darf nicht vergessen, den genauen Typen anzugeben. Es ist ein Unterschied, ob ein Rennrad gebraucht oder ein Trekkingrad gebraucht angeboten wird. Der Käufer hat in der Regel bestimmte Vorstellungen zu seinem Wunschrad.

Hersteller von Fahrrädern

Wie in fast jeder Branche befinden sich auch im Markt gebrauchte Fahrräder eine ganze Anzahl unterschiedlicher Hersteller, wobei sich die weitaus meisten europäischen Hersteller weitgehend auf den Zusammenbau von Komponenten beschränken, die größtenteils im asiatischen Raum erworben werden. Aus Asien kommen aber genauso fertig montierte Fahrräder. Die Unternehmen, die eigene Produktionsstätten gerade für den wichtigen Rahmen in Europa unterhalten, sind aufgrund der niedrigen Produktionszahlen eher als Manufakturen zu bezeichnen. Diese Räder zeichnen sich in der Regel durch ihre hohe Wertigkeit und dementsprechend auch einem hohen Wiederverkaufspreis aus. Beispielsweise ein Rennrad gebraucht zu erwerben, das von einem bekannten Produzenten stammt, kann immer noch locker in den vierstelligen Bereich gehen. Hochwertige Rennmaschinen können als Neufahrzeuge durchaus Preise von über 10.000 Euro erzielen. Bekannte Hersteller sehr guter Fahrräder haben sich vor allem aufgrund des perfekten Zusammenspiels der Komponenten einen Namen gemacht. Gerade bei Fahrrädern ist die Abstimmung zwischen Rahmen, Gangschaltung, Rädern beziehungsweise Reifen sowie den Bremsen von größter Bedeutung. Vielleicht nicht unbedingt für ein unkompliziertes 3-Gang-Nabenschaltungs-Rad, das für kleinere Fahrten in der Nachbarschaft genutzt wird, aber sicherlich für Trekkingräder, Mountainbikes und Rennräder, die auf langen oder extrem unebenen Strecken verwendet werden. Hier sind die Unterschiede zwischen dem Fahrrad aus dem Baumarkt und dem Fahrrad vom Markenhersteller meist sehr deutlich zu spüren. Gerade im Markt für gebrauchte Räder finden sich aber auch immer wieder fast schon antike Fahrräder, oft aus Haushaltsauflösungen, von Herstellern, die heute gar nicht mehr am Markt sind. Diese Räder zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität aus und sind fast unverwüstlich.

Die Reparatur von Fahrrädern

Wer ein gebrauchtes Fahrrad erwirbt, erwartet in der Regel natürlich dessen Funktionstüchtigkeit, wenn der Inserent nicht speziell auf die Reparaturbedürftigkeit des Rades hingewiesen hat. Eine der häufigsten Pannen bei Rädern sind meist defekte Schläuche, wobei bei Rädern, die schon längere Zeit an einem Fleck gestanden haben, oft lediglich die Luft langsam aus den Schläuchen entwichen ist und Aufpumpen genügt. Aber selbst das Loch im Schlauch, etwa durch einen spitzen Stein, lässt sich schnell und problemlos reparieren. Mit etwas Übung und dem richtigen Flickwerkzeug ist so eine Reifenpanne in zehn Minuten behoben.

Die Verkehrstauglichkeit von Fahrrädern

Fahrräder als Teil des öffentlichen Verkehrsgeschehens müssen den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Verantwortlich dafür ist der Nutzer des Rades, nicht der Besitzer, wenn dies nicht in Personalunion erfolgt. Wer also mit einer defekten Bremse „erwischt“ wird, kann sich nicht damit herausreden, dass das Fahrrad vom Nachbarn geliehen ist und der das Bußgeld bezahlen soll. Zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehören:

- zwei Bremsen, je eine für das Hinterrad und eine für das Vorderrad
- eine mechanisch arbeitende Klingel
- eine Vorderlampe, die aber seit neuestem nicht mehr unbedingt von einem Dynamo mit Strom versorgt werden muss. Es gehen auch Lampen mit Batterieversorgung
- ein weißer Reflektor vorne
- ein roter Reflektor hinten
- ein Rücklicht, rot, ansonsten Energieversorgung wie bei der Vorderlampe
- insgesamt vier Speichenreflektoren, für jedes Rad zwei, die auf je eine Seite rückstrahlen
- Pedale, die rutschfest und fest verschraubt sowie mit Pedalreflektoren ausgestattet sind.

Neben diesen gesetzlichen Vorgaben empfehlen sich für die Ausstattung des Fahrrades weitere Komponenten wie ein Kettenschutz, Schutzbleche vorne und hinten, ein Gepäckträger und ein Fahrradständer. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Kleinkinder auf dem Fahrrad mitgenommen werden dürfen, jedoch nur bis zum Alter von 7 Jahren und nur in einem der Kindergröße angepassten Kindersitz. Der Fahrer oder die Fahrerin muss zudem mindestens 16 Jahre alt sein und der Kindersitz darf mit keinen beweglichen Teilen des Rades in Berührung kommen.

Die Größe eines Fahrrades

Wer ein Fahrrad gebraucht erwirbt, sollte sich darüber im Klaren sein, welche Radgröße sie oder er benötigt. Zu kleine oder zu große Fahrräder können den Spaß am Rad schnell verderben. Bei Rennrädern besteht eine Faustformel, dass bei einem gestreckten Bein die Ferse des Fußes die untenstehende Pedale gerade noch berührt. Solche Einstellungen sind für den Renneinsatz gedacht und beziehen sich nicht unbedingt auf normale Freizeiträder. Trotzdem sollte der Rahmen wie auch die Reifen zusammen mit dem verstellbaren Fahrradsattel und dem verstellbaren Lenker mit der Größe des oder der künftigen Besitzerin harmonieren.

Sicherheit vor Diebstahl

Nicht wenige Personen sind in Deutschland schon einmal von Fahrraddiebstahl betroffen gewesen. Allein im Jahr 2013 wurden in Deutschland 316.857 Fahrräder gestohlen, wobei dies nur die Zahl der gemeldeten Diebstähle ist, dazu kommt noch eine unbekannte Dunkelziffer. Das viele Menschen den Diebstahl nicht melden liegt unter anderem daran, das keine entsprechende Fahrradversicherung abgeschlossen wurde und die Aufklärungsquote gerade einmal bei knapp 10 % liegt. Etwa alle eineinhalb Minuten wird rein rechnerisch irgendwo in Deutschland ein Fahrrad gestohlen, rund um die Uhr. Gerade bei höherwertigen, auch gebrauchten, Fahrrädern lohnt sich eine entsprechende Fahrradversicherung durchaus.

Daneben ist es genauso wichtig, das der Verkäufer eines gebrauchten Rades, wenn dieser es zuvor neu erworben hatte, eine Registrierung vornehmen lies und den Kaufnachweis noch besitzt. Die meisten Räder sind zudem mit einer Rahmennummer ausgestattet, die notiert werden sollte. Auch die Polizei, die deutsche Verkehrswacht und verschiedene Fahrrad-Clubs bieten die Anbringung von Identifikationsnummern an, um die Zuordnung eines Fahrrades zu erleichtern. Vor dem Zugriff der Langfinger schützen in direkter Weise entsprechende Schlösser oder andere Diebstahlsicherungen.

Das Fahrrad, nach wie vor das meistgenutzte Gerät für kurze, aber auch lange Strecken, für den Sport genauso wie für die Freizeit und das nun schon über 100 Jahre mit steigender Tendenz.